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Ist unbegrenztes Wachstum möglich?

In einem Post auf unserer Instagram-Seite fragt „user1031s“ wie „auf einem Planeten mit begrenzten Ressourcen“ ein „ewiges Wachstum“ funktionieren kann.

Dies ist eine große Frage, die auch weltweit unter hochkarätigen Wirtschaftswissenschaftlern kontrovers diskutiert wird. Dennoch wollen wir versuchen, die Frage von „user1031s“ so gut es geht beantworten.

Roland Ranisch:

Das ist völlig richtig, es kann kein ewiges Wachstum geben. Wir sehen hier auch in erster Linie einen pragmatischen Ansatz.

Wir sind hier auch mit der aktuellen Politik und deren Förderung von reiner Elektromobilität nicht einverstanden. Hier wird der falsche Ansatz gewählt, bei einem theoretischen Bedarf von 100 Millionen PKW in 2018, kann das so nicht weitergehen. Die Förderung von Hybridfahrzeugen ist der falsche Weg, hier müssen wesentlich andere Ansätze gefunden werden. Schon heute ist absehbar, dass die notwendigen Bodenschätze nicht ausreichen. Zudem werden diese in keiner Weise umweltschonend abgebaut.

Den ethischen Ansatz der Bevölkerungszahl wollen wir an dieser Stelle nicht betrachten.

Wir sehen als einen ersten Ansatz, das die regionale Produktion von Lebensmitteln, gleich welcher Art, dringend zu fördern ist. Dies ermöglicht uns eine wesentlich umweltschonendere Produktion. Es sind nicht nur deutlich reduzierte Transportwege zu beachten, auch der Problematik der Massentierhaltung kann nur so begegnet werden. Es gehört aber auch zur Wahrheit, dass wir als Konsumenten realisieren, dass für diese umweltschonenderen Methoden auch ein entsprechender Preis zu zahlen ist. Damit sind wir bei den Löhnen für alle Menschen, diese müssen gerechter gestaltet werden. Hier sind insbesondere Produzenten wie China und viele andere Staaten zwingend gefordert. Die große Politik muss hier tätig werden, Auflagen zum Umweltschutz sind absolut notwendig und in vielen Fällen vorhanden. Es müssen aber auch die Auflagen in einer globalen Welt die gleichen für alle sein. Nur so sind gerechte Lebensverhältnisse zu schaffen und bei dem einzelnen Menschen die Bereitschaft zum Umweltschutz.

Wir können die Weltpolitik nicht beeinflussen, wohl aber die in unserer Region. Hier haben wir Projekte angestoßen um die Nachhaltigkeit zu fördern. So haben wir in unserer Gemeinde einen Antrag auf ein vorbeugendes Gebäudemanagement gestellt. Dies soll in der nächsten Legislaturperiode beginnen. Hier versprechen wir uns einen reduzierten Ressourcenbedarf. Bessere gewartete Einrichtungen verbrauchen weniger Energie. Auch den Umgang mit unserem Wasser gehen wir an, leider wurde unser Antrag auf eine Zisterne für das Bürgerhaus von allen anderen Fraktionen abgelehnt. Stattdessen wird mit Trinkwasser beregnet, dies zeigt auf, dass es die vielen kleinen Dinge sind mit denen wir alle beginnen können.

Ein Beispiel aus der großen Industrie möchte ich aber doch nennen:

So hat der größte deutsche Zulieferkonzern seine Produktion in weltweit 400 Werken CO2 neutral umgestellt. Im nächsten Schritt will man die eigenen Produkte, ebenfalls erheblich in der Energiebilanz verbessern. Die Zulieferern zu diesem wiederum, werden in Zukunft nur dann weiter als Lieferant geführt, wenn diese in der eigenen Produktion Projekte ins Leben rufen und umsetzen wenn für die Herstellung derselben entsprechende CO2 minus Ziele umgesetzt werden.

Unser Ziel ist, in unserem Umfeld soviel wie möglich nachhaltig zu wirtschaften, dies wollen wir auch mit Fördermitteln unterstützen und eine Gewerbe/Industrie fördern, welche solche Ansätze verfolgt.

Am Anfang stehen wir selbst, denn wir sind es die mit dem eigenen Einkaufsverhalten die Löhne und das Produktangebot bestimmen. Geiz ist Geil ist hier sicher ganz falsch.